Presseberichte

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Wir bedanken uns bei der Celleschen Zeitung (CZ), der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung (HAZ) und bei CelleHeute für die Genehmigung, Artikel und Berichte aus ihren Medien auf unserer Homepage online stellen zu dürfen.


Foto: privat (Niederschläge führen an der Haldenoberfläche zu starken Auswaschungen und sogar Löchern, aus denen Haldenwässer austreten, die dann wieder in das Haldeninnere versickern)
Foto: privat (Niederschläge führen an der Haldenoberfläche zu starken Auswaschungen und sogar Löchern, aus denen Haldenwässer austreten, die dann wieder in das Haldeninnere versickern)

Kalihaldenabdeckung ist Thema im Deutschlandfunk

  

Am 08.04. hat der Deutschlandfunk in einem Beitrag der Reihe „Giftmüll“ über die Kalirückstandshalde Wathlingen und ihre geplante Abdeckung mit mineralischen Abfällen berichtet. Nachzuhören ist die Sendung aktuell über diesen Link.

Bemerkenswert ist nach Ansicht der BI Umwelt Wathlingen in dem Beitrag die Aussage, für die Annahme von belastetem Bauschutt und Bodenaushub seien aktuell bereits zwischen 30 und 50 Euro pro Tonne üblich!

 

Holger Müller, Pressesprecher der BI erklärt, dass es Ende 2016 laut Hannoverscher Allgemeiner Zeitung noch 18,50 Euro waren und eine weitere Erhöhung auf (nur) gut 20 Euro angekündigt war. „Die Firma K+S ist laut Äußerung ihres Projektleiters Jahn in der Sendung dagegen angeblich froh, dass sie für die Stoffe, die sie annimmt, einen Erlös erzielt, der den „enormen Aufwand der Abdeckung deckt“. Wie passt das zusammen?“ 

Joachim Bartsch von der BI ergänzt, dass ein Unternehmer damals beklagt habe, dass sich die Firma wie ein Monopolist verhalte. „Das legt erst recht nahe, dass mit solchen Deponien große Gewinne gemacht werden.“ Natürlich dürften Unternehmen Gewinne machen – „aber nicht auf Kosten der Einwohner und der Umwelt!“ so Bartsch empört. Zudem sei die Firma hier in der Pflicht, eine Altlast zu beseitigen. 

Laut Müller wird Jahn auch in der Sendung, wie bereits im Erörterungstermin, nicht müde, zu behaupten, die Halde (ohne Dichtung an der Basis) habe meistens einen Abstand zum Grundwasser und der Untergrund aus Sand sei durch Zusammenpressen relativ wasserundurchlässig. „K+S baut offenbar - im wahrsten Sinne des Wortes - auf Sand!“ Auch K+S gebe zu, dass die Halde in den Boden eingesunken sein muss – laut Jahn aber so wenig, dass sie (meistens) gerade noch keinen Grundwasserkontakt habe, andererseits aber stark genug, dass der Sand extrem zusammengepresst worden sei. „Das wünscht sich K+S wohl so.“ Allerdings werde Sand selbst durch Zusammenpressen noch lange nicht wasserdicht. „Vor allem - warum wird die tatsächliche Situation unter der Halde nicht endlich einmal untersucht?“ fragt Müller. „Die entsprechenden technischen Möglichkeiten gibt es!“

 

Müller und Bartsch sind sich einig, dass solche Untersuchungen auf jeden Fall dringend erforderlich sind.


Vertreter der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. sowie verschiedener Bürgerinitiativen aus Deutschland und Spanien haben die Umweltexperten der EU-Kommission kürzlich über die immensen Umweltgefahren durch Kaliproduktion und Kalihalden informiert.
Vertreter der Werra-Weser-Anrainerkonferenz e.V. sowie verschiedener Bürgerinitiativen aus Deutschland und Spanien haben die Umweltexperten der EU-Kommission kürzlich über die immensen Umweltgefahren durch Kaliproduktion und Kalihalden informiert.

Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen

BI spricht Kalihaldenproblematik bei Besuch der EU-Kommission in Brüssel an.

 

Die Umweltbelastung durch Kaliproduktion und Kalirückstandshalden, die fast nur aus Salz bestehen, sowie der Umgang der verantwortlichen Politik und der Behörden damit sind ein europaweites Problem. Das haben die Bürgerinitiativen Umwelt Uetze und Wathlingen sowie die BI Giesen Schacht (Hildesheim) kürzlich zusammen mit mehreren Initiativen aus Hessen und der spanischen Initiative „Prou Sal!“ (Schluss mit dem Salz!) in einem Gespräch der EU-Kommission gegenüber deutlich gemacht.

 

Anlass für den Besuch in Brüssel war der Weltwassertag. Der Vertreterin der Generaldirektion Umwelt ist u.a. berichtet worden, dass die Kaliproduktion in Deutschland immer noch salzhaltige Abwässer in die Flüsse einleitet und damit nicht dem Stand der Technik entspricht. Das gilt ebenso für die niedersächsischen Kalirückstandshalden, von denen nahezu keine über eine funktionierende Basisabdichtung verfügt. Durch die Auflösung von Salz an der Haldenoberfläche und versickernde Haldenlaugen werden Grundwasser und Flüsse stark verschmutzt. Aus Sicht der Bürgerinitiativen sind dadurch auch Schutzgebiete mit dem höchsten europäischen Schutzstatus, wie das Auwaldgebiet Brand in Nienhagen oder das international bedeutende Vogelschutzgebiet Steinhuder Meer bedroht. Die niedersächsische Landesregierung hat kürzlich auf eine Anfrage im Landtag hin einräumen müssen, dass an fast allen

untersuchten Halden in Niedersachsen das Grundwasser unzulässig stark versalzen ist. Untersuchungen zur genauen Ursache fehlen oder sind völlig unzureichend. Messbrunnen sind zwar vorhanden –allerdings an der falschen Stelle, nicht tief genug oder nicht

geeignet. Eigentlich ist der Versalzungsvorgang sehr einfach zu beschreiben. Niederschläge lösen Salz auf, die Halden sind (auch

von der Industrie anerkannt) wasserdurchlässig und die Haldenlauge versickert in den Boden und das Grundwasser. Bei hohen

Grundwasserständen, wie in Wathlingen, kommt noch die Auflösung von unten dazu. Nach Überzeugung der Bürgerinitiativen wird damit gegen das Verschlechterungsverbot der EU-Wasserrahmenrichtlinie zum Schutz der Gewässer verstoßen. Erstaunlicherweise konnte die Landesregierung keine Angaben zu der so wichtigen Frage machen, ob die in Sehnde praktizierte sowie in Wathlingen und Giesen geplante Haldenabdeckung denn überhaupt funktioniert und inwieweit die Salz-/ Haldenauflösung tatsächlich verzögert werden kann. Diesbezügliche belastbare Erkenntnisse können nach Aussage der Landesregierung erst nach Abschluss der laufenden Haldenabdeckungen gewonnen werden. Die Haldenabdeckungen befinden sich also weiterhin in einem Versuchsstadium – auf Kosten von Menschen und Umwelt! Die Aussagen von Umweltministerium, Landesbergamt (LBEG) und K+S zu den Ursachen der immer wieder auftretenden Versackungen an der Halde in Sehnde sind erschreckend widersprüchlich. Mal sind es die Abfälle, die über dem Salz weggeschwemmt worden sein sollen, dann das Salz selbst (etwas anderes ist auch nicht denkbar). Mal heißt es, die meisten Einbrüche seien aus betriebswirtschaftlichen Gründen nicht untersucht worden, dann wieder soll angeblich jede einzelne Versackung erforscht werden. Jedenfalls sind Versackungen auch in Bereichen aufgetreten, die nach Kenntnis der Bürgerinitiativen

gerade mal ein Jahr vorher repariert worden waren. In der Genehmigung sind solche Einbrüche übrigens als unmöglich bezeichnet worden. Dennoch halten Landesregierung und Umweltminister in Niedersachsen die Haldenabdeckungen „aus Gründen des Gewässer- und Grundwasserschutzes“ (!) für eine gute Sache. Allerdings nicht uneigennützig – erhält das Land dadurch doch dringend benötigte Deponiekapazitäten. Dafür wird rechtlich äußerst fragwürdig argumentiert und die Abfallbeseitigung (um die es sich aus Sicht der Initiativen tatsächlich handelt) kurzerhand als Verwertung bezeichnet. Dazu wird ein Bestandsschutz behauptet, den es im Wasserrecht gar nicht gibt. Deponien auf Kalihalden (selbst K+S bezeichnet die Haldenabdeckungen so) müssen endlich auch rechtlich als Deponien behandelt werden. Nach Deponierecht würde allerdings kaum eine Genehmigung erteilt werden können. So hat die Zentrale Unterstützungsstelle Abfall des Gewerbeaufsichtsamtes in ihrer - fachbehördlichen - Stellungnahme im Planfeststellungsverfahren Giesen (Hildesheim) eine wasserdichte Abdeckung entsprechend Deponierecht gefordert und geschrieben: „Im Unterschied zu Deponien besteht der Haldenkörper aus einem hoch wasserlöslichen Material. Tritt dem Haldenkörper durch die mineralische Oberflächenabdichtung (wie in Wathlingen geplant), wenn auch zunächst in geringen Mengen, Wasser zu, kann dies auf Dauer zum Herauslösen von Salz führen. Das Oberflächenabdichtungssystem wird dem Entzug von Salz aus der Halde durch Sackung folgen. Hierdurch kann das Oberflächenabdichtungssystem mit der Folge eines vermehrten Wasserzutritts in den Haldenkörper in

seiner Funktionstüchtigkeit zunehmend beeinträchtigt werden.“ Die Auflösung komme erst dann zum Abschluss, wenn kein Salz mehr

da ist. Dem haben wir nichts hinzuzufügen, außer, dass die Halden beseitigt werden müssen, statt (unzureichend) abgedeckt zu werden – so wie es in Spanien bereits angeordnet worden ist. Die europäischen Regelungen zum Schutz der Umwelt und des Wassers müssen von der EU-Kommission auch in Deutschland durchgesetzt werden!

 

Prou Sal! - Natur statt Deponie!

Holger Müller



Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 27.02.2019
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 27.02.2019

 

 

Geplante Kalihaldenabdeckung: Sachgerechte Vertretung der Interessen der Bürger?

 

 

Der Erörterungstermin (Behörden und Naturschutzverbände) für die von der Firma K+S geplante Kalihaldenabdeckung in Wathlingen ist nach mehreren Wochen Pause am 07. Februar mit dem vierten Tag zu Ende gegangen. Am letzten Tag ging es noch einmal um ganz wichtige Themen, unter anderem:

 

 

• Die Bodenbelastung durch unkontrolliertes Eindringen von Haldensickerwasser

 

• Hochwasser, das zu einer massiven Auflösung der Halde (auch nach Abdeckung) von unten führen könnte

 

• Alternativen zur Abdeckung, die massive Umweltbelastungen verhindern und die Menschen vor Ort schützen würden

• Der von K+S weiterhin mitten durch unsere Dörfer geplante Lkw-Transportverkehr

 

Anfang letzten Jahres ist ein Gespräch der Bürgermeister der betroffenen Gemeinden mit der Landesregierung zwecks Vermeidung der drohenden massiven Verkehrsbelastung öffentlich angekündigt worden. Offenbar ist dieses Gespräch aber im Sande verlaufen – von Umgehungsstraßen ist jedenfalls keine Rede mehr!

 

Ende letzten Jahres hatte der Wathlinger Gemeinderat laut Pressemitteilung gefordert, dass hinsichtlich der Beurteilung des Lkw-Transportverkehrs für die Haldendeponie auch die Lastwagen Berücksichtigung finden müssten, die nach K+S Plänen Salzwasser nach Wathlingen transportieren sollen. K+S hat unserer Kenntnis nach (insbesondere) in Hessen massive Entsorgungsprobleme und plant, diese Salzabwässer nun im ehemaligen Bergwerk in Wathlingen zu versenken.

Nach den ersten drei Tagen des Erörterungstermins war in einer Pressemitteilung (Wathlinger Bote vom 19.01.2019) wörtlich angekündigt worden, „die beiden Gemeinden und die Samtgemeinde Wathlingen werden die Interessen und Rechte der Bürgerinnen und Bürger im Hinblick auf Lärmbelästigung, Staubemissionen, Verkehr und Wohnwert im weiteren Verfahrensablauf sachgerecht vertreten."

Umso erstaunter sind wir am 07. Februar gewesen, dass kein einziger Bürgermeister der betroffenen Gemeinden an diesem für die Bürger so überaus wichtigen Termin teilgenommen hat! Die Rechtsanwälte der Gemeinden haben geschwiegen und die Wathlinger Verwaltung hat auch nichts Wesentliches zu den genannten Problemen geäußert.

 

Wer sich Ruhe vor Verkehrslärm wünscht, den Wert seiner Immobilie erhalten oder einen sicheren Schulweg für seine Kinder haben möchte, kommt an dem Thema Verkehr nicht vorbei.

Um die Bürger nicht im Regen stehen zu lassen, haben wir den Antrag gestellt, das Planfeststellungsverfahren zurückzustellen. Bei solchen Verfahren sind auch zukünftige Entwicklungen zu berücksichtigen. Die liegen unserer Meinung nach hier vor, wenn geplant ist, Salzwässer anderer Standorte (mit der Folge von noch mehr Lkw-Verkehr) hierher zu transportieren. Zudem handelt es sich bei beiden Vorhaben um denselben Vorhabenträger, nämlich K+S. Hier muss unbedingt untersucht werden, wie sich beide Transportverkehre - kombiniert - auswirken!

Es ist kein Geheimnis, dass wir als Bürgerinitiativen - auch als Mittel gegen den Lkw- Verkehr – die Verhinderung der Abdeckung als einzig wirksames Mittel ansehen, um Menschen und Umwelt rund um die Kalihalde zu schützen.

Unter anderem deshalb fordern wir seit langem vehement, dass die Gemeinde Wathlingen für die Abdeckung abschließend keine Grundstücke der Gemeinde zur Verfügung stellen soll!

Laut Cellescher Zeitung vom 15.01.2019 hat der Wathlinger Bürgermeister Harms gesagt, K+S-Projektleiter Gerold Jahn habe während des Erörterungstermins "wider besseren Wissens behauptet, dass ihm die Übereignung der Gemeindegrundstücke in Aussicht gestellt worden sei." Somit würde es sich um eine unwahre Aussage eines K+S Vertreters vor der Genehmigungsbehörde handeln – ein schwerer Vorwurf. Warum aber hat er selbst oder ein Vertreter Herrn Jahn diesbezüglich am letzten Tag des Erörterungstermins nicht zur Rede gestellt? – Oder handelt es sich gar nicht um eine falsche Behauptung und sind die Grundstücke tatsächlich schon versprochen worden?

Wir halten Transparenz für sehr wichtig – machen Sie sich selbst ihr Bild: Sieht so eine sachgerechte Vertretung der Interessen der Bürger, Ihrer Lebensqualität, Ihrer Gesundheit und Ihres Eigentums aus?

Bürger und Umwelt schützen - keine Grundstücke an K+S!

 

Holger Müller (19.02.2019

 

P.S: Die wahre Absicht zeigt sich in der Tat (frei nach Georg Wilh. Friedr. Hegel)


Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 18.02.2019
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 18.02.2019

Quelle: Cellesche Zeitung, 11.01.2019
Quelle: Cellesche Zeitung, 11.01.2019

Quelle: Cellesche Zeitung, 10.01.2019
Quelle: Cellesche Zeitung, 10.01.2019

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 08.01.2019
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 08.01.2019

Quelle: Cellesche Zeitung, 08.01.2019
Quelle: Cellesche Zeitung, 08.01.2019

Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 05.01.2019
Quelle: Hannoversche Allgemeine Zeitung, 05.01.2019

Quelle: Cellesche Zeitung, 05.01.2019
Quelle: Cellesche Zeitung, 05.01.2019